Über uns

Geschichte der Ortsgemeinde

400 Jahre Ortsgemeinde Widnau

Vor über 400 Jahren haben unsere Vorfahren, in einer nicht gerade rosigen Zeit gewagt, auf die eigenen Beine zu stehen und die Geschicke der Lebensumstände selbst an die Hand zu nehmen. Die Geschichte lehrt, dass die Widnauer mit der Trennung vom Reichshof Lustenau eine für die damalige Zeit gewaltige Herausforderung annahmen. Verwaltungstechnisch wie politisch betraten sie Neuland. Unter der strengen Herrschaftsfuchtel der Grafen von Ems und den oft missgünstigen Blicken der Nachbarn hatte es das kleine und mausarme Gemeinwesen nicht immer einfach. Interne Solidarität im Kampf gegen den Rhein sowie bei der gemeinsamen Nutzung des Rietes hüben und drüben, aber auch beharrliches und selbstbewusstes Auftreten der Obrigkeit gegenüber, liess die Ortsgemeinde im Verlauf der Geschichte zu einer lebens- und überlebensfähigen Gemeinschaft heranwachsen. Vor 110 Jahren ging dann aus ihr über die "Polizeigemeinde" auch die Politische Gemeinde hervor.

Die Geschichte der Ortsgemeinde ist im wesentlichen auch die Geschichte Widnaus. Die Zukunft der Ortsgemeinde ist massgeblich auch die Zukunft Widnaus. Die Fakten liegen materiell wie emotionell vor: Die Ortsgemeinde ist grösste Grundbesitzerin auf dem Gebiet der Politischen Gemeinde Widnau. Mehr als 95 Prozent der Landwirtschaftszone sind in ihrem Eigentum.


Aufgaben der Ortsgemeinde

Naturschutz/Ökologie
Aufgrund des umfangreichen Bodenbesitzes, welcher auch extensiv genutzte Flächen umfasst, ist es eine wichtige Aufgabe der Ortsgemeinde, die Bevölkerung und die Landwirte für naturschützende Belange zu sensibilisieren.Dies geschieht durch die Unterstützung von Projekten der Umweltgruppe Widnau, der Ornith. Vereine Widnau und Lustenau etc. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Renaturierungsprojekte Honglersmoosgraben und Nöllenwiese gefördert.
Die Ortsgemeinde ist aber auch immer wieder selbst aktiv, so z.B. mit der Schaffung des Arboretums „Aeueli“ oder mit Aktionen wie der preisgünstigen Abgabe von einheimischen Obst-Hochstammbäumen an die Widnauer Bevölkerung.

Förderung der Dorfgemeinschaft
Die Ortsgemeinde ist längst nicht mehr nur die Gemeinschaft der Ortsbürger, sondern sie bemüht sich fortwährend, die Gemeinde aller Widnauer EinwohnerInnen zu sein.
Die einzige Ausnahme bildet die Ortsbürgerversammlung, in Verbindung mit dem traditionellen und sehr geschätzten Bürgerabend.
Andererseits ist es seit langem selbstverständlich, dass zu den Ortsgemeinde-Anlässen wie Alp- bzw. Rietbegehungen etc. die gesamte Einwohnerschaft eingeladen ist. Die Ortsgemeinde pflegt die Unterstützung des örtlichen Kurs- und Weiterbildungswesens sowie Vereinsveranstaltungen und Dorfanlässe allgemeiner Art.

Widnauer Jugend
In unserer modernen und schnellebigen Zeit ist es für unsere jungen Mitbürger wichtig, den Kontakt mit Gleichaltrigen ungezwungen pflegen zu können. Dies ist nebst den Jugendabteilungen im vielfältigen Vereinsleben beispielsweise auch in den Angeboten des Jugendnetzwerkes Widnau möglich, welche ebenfalls von der Ortsgemeinde mitgetragen wird.
Mit dem vor über 10 Jahren neuerstellten Kinderspielplatz „Lugwies“ erhalten sodann unsere jüngsten Mitbürger und ihre Eltern die Gelegenheit, Gemeinschaft im grösseren Rahmen zu pflegen und zu erleben.

Bodenpolitik - wirtschaftliche Nutzung
Auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Widnau sind rund 35 ha Boden im Eigentum der Ortsgemeinde.

In den Nachbargemeinden Diepoldsau und Balgach sowie im appenzellischen Urnäsch (Petersalpen) und im österreichischen Lustenau (Schweizerriet) besitzt sie weitere Grundstücksflächen im Umfang von rund 287 ha.

Es ist nicht nur Aufgabe der Ortsgemeinde, diese Güter zu verwalten, sondern vielmehr diese sinnvoll zu nutzen. Nebst der überwiegenden Verpachtung an die Landwirtschaft ist die Ortsgemeinde bestrebt, den Grundbesitz möglichst ökonomisch zu bewirtschaften. So wird u.a. Bauland für Wohn- und Gewerbebauten im Baurecht zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig soll dadurch die Unterstützung von einheimischen Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, die Ansiedlung neuer Betriebe und als weiteres Ziel die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert werden.


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